Dienstag, 15. September 2015

Marlborough Man

Meine erste Woche auf der Südinsel war fantastisch. Das Wetter war fast durchgehend gut und die Marlborough-Region hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Highlight war eine Wanderung auf dem Queen Charlotte Track. Eigentlich ist die Strecke 71 Kilometer lang und dauert daher mehrere Tage. Ich habe jedoch nur den ersten Teil absolviert, von Ship Cove nach Endeavour Inlet (rund 15 Kilometer). Zu Beginn war ich im Busch unterwegs und konnte daher die Landschaft um mich herum nicht so richtig genießen. Doch später hat sich der "Urwald" gelichtet und ich hatte einen freien Blick auf das Meer, die Buchten und die Berge.

In Ship Cove ging die Wanderung los.

Was für eine Aussicht!

Entlang der Strecke gab es auch zahlreiche Buchten.

Diese Rückenflosse ...

... gehörte einem der vielen Delfine, die uns auf dem Heimweg begleiteten.

Auf der Wanderung habe ich übrigens die folgende Kreatur getroffen. Quizfrage: Um welchen Vogel handelt es sich hier? Schreibt mir eure Antworten in den Kommentaren! Die Auflösung gibt es dann im nächsten Blog-Eintrag.



Meine Unterkunft in Blenheim war ausgezeichnet. Ich hatte eine eigene kleine Wohnung mit Kochnische, Fernseher und Badezimmer. Zuletzt war ich ja immer bei Familien untergebracht, daher hat es gut getan, wieder einmal ein wenig Privatsphäre zu haben. Blenheim ist zwar keine große Stadt, gilt aber als Hochburg der hiesigen Weinproduktion. Überall sind Weinreben zu sehen, auch wenn sie momentan keine Früchte tragen. Südlich der Stadt beginnen bereits die Neuseeländischen Alpen. Ein schöner Anblick für mich, nachdem ich im Norden nur selten schneebedeckte Berge gesehen habe.

In Blenheim ist der Frühling zumindest schon teilweise angekommen.

Die Schafe auf den umliegenden Hügeln haben den besten Blick auf die Stadt.

Das Meer ist auch nicht weit entfernt.

Mein kleines Reich während der vergangenen Woche.

Meine Gastgeber Debbie und Aaron mit ihrem Sohn Matthew.

Picton - wo ich vor einer Woche mit der Fähre angekommen bin - ist nur rund 20 Minuten von Blenheim entfernt. Das Örtchen besticht vor allem durch seine Lage und die vielen Aktivitäten, die man von dort in und um die Marlborough Sounds herum unternehmen kann. Ich habe das Museum der "Edwin Fox" besichtigt, dem einzigen noch erhaltenen Schiff, das vor über 150 Jahren Sträflinge von England nach Australien befördert hat.

Im Hafen von Picton gibt es nicht nur viele neue Boote, ...

... sondern auch ein sehr, sehr altes.

Gebaut wurde die "Edwin Fox" im Jahr 1853.

Morgen fahre ich weiter nach Christchurch. In Neuseelands zweitgrößter Stadt (nach Auckland) hat es vor einigen Jahren ein verheerendes Erdbeben gegeben. Ich bin schon gespannt, wie weit der Wiederaufbau fortgeschritten ist.

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Alle Fotos meiner Reise gibt es hier zu bewundern. Viel Spaß!

Donnerstag, 10. September 2015

Kreuz und quer durch Neuseeland

Vom hohen Norden ging es wieder hinunter nach Tauranga zu den Clares. Wie schon bei meinem vorherigen Besuch durfte ich wieder bei ihnen wohnen und wurde erneut gut durchgefüttert. Da ich Tauranga ja schon bestens kenne, habe ich mich dieses Mal auf Ausflüge in der Umgebung konzentriert. An einem sonnigen Tag bin ich nach Karangahake Gorge gefahren. Das ist eine Schlucht, etwa eine Stunde nordwestlich von Tauranga, in der vor rund 120 Jahren Gold und Silber abgebaut wurden. Einige der alten Minen kann man zu Fuß erkunden, was ich natürlich auch getan habe.

Schon von der Straße hat man einen herrlichen Blick auf Karangahake Gorge.

Der Eingang zu einem alten Minenschacht.

Auf den Spuren der Goldgräber.

Spaghetti alla Martin (mit Garnelen).

Sowohl mir als auch den Clares hat es geschmeckt.

Nachdem ich mich von Kathrin, Micha und Jolin verabschiedet hatte, bin ich an die Ostküste gefahren. Gisborne ist die östlichste Stadt in Neuseeland und das Klima ist (ähnlich wie im etwas südlicher liegenden Napier) meistens recht mild. Gewohnt habe ich bei John und Stephanie - auf dem Papier zwei waschechte Kiwis. Bei meiner Ankunft habe ich dann erfahren, dass es sich eigentlich um Jean und Stéphanie handelt, zwei Franzosen aus der Bretagne, die aber schon seit mehr als zehn Jahren in Neuseeland leben. Ich habe mich gut mit ihnen verstanden und sie haben mir einige Tipps gegeben, was ich in der Gegend anschauen sollte.

Nachdem ich ja bereits das Nordkap besucht hatte, wollte ich unbedingt auch den östlichsten Punkt des Landes besichtigen. Also bin ich am nächsten Tag zum Ostkap gefahren. Die Fahrt dorthin hat knapp drei Stunden gedauert, wobei leider nur der Anfang und der Schluss sehenswert waren. Im Mittelteil herrschte leider gähnende Langeweile. Das Kap selbst war nicht so spektakulär wie das im Norden. Bis auf einen Leuchtturm gab es nichts zu sehen. Zudem war leider auch das Wetter nicht sehr einladend.

Unterwegs zum östlichsten Punkt von Neuseeland.

Schafe dürfen natürlich auch hier nicht fehlen.

Bis auf den Leuchtturm gab es am Kap jedoch nicht allzu viel zu sehen.

In Gisborne herrscht meistens gutes Wetter ...

... und die Strandpromenade ist dementsprechend gut besucht.

Meine Gastgeber John und Stephanie mit ihren Kindern Emma und Paul.

Von Gisborne aus ging es danach weiter in Richtung Süden. In Feilding habe ich noch einmal einen dreitägigen Zwischenstopp gemacht. Eigentlich wollte ich ja in Palmerston North übernachten, aber die Stadt genießt keinen allzu guten Ruf. John Cleese von den "Monty Pythons" hat einmal gesagt: "Wer sich umbringen möchte, aber nicht den Mut dazu hat, soll einfach Palmerston North besuchen. Danach klappt es bestimmt." Also habe ich mich für das benachbarte Feilding entschieden, das schon mehrere Male zu Neuseelands schönster Stadt gewählt worden ist. Dank meinen Gastgebern Josh und Hosanna habe ich mich dort auch richtig wohl gefühlt. Und im Gegensatz zu John Cleese hat mir sogar Palmerston North recht gut gefallen, vor allem das Rugby-Museum.

Feilding gilt zurecht als eine der schönsten Städte Neuseelands.

Viel los war hier aber nicht los.

Das Haus meiner Gastgeber ist bereits weihnachtlich geschmückt, ...

... denn Hosanna, Joshs Ehefrau, kommt von den Philippinnen und dort wird monatelang auf das große Fest hingefiebert.

Das Zentrum von Hamilton ist ganz nett.

Hier steht auch das Rugby-Museum.

Gestern war es dann endlich soweit: Mit der Fähre bin ich von Wellington nach Picton auf die Südinsel gefahren. Die Strecke ist atemberaubend und hat mich sehr an meine Reisen in Norwegen erinnert.

Mit dieser Fähre ging's auf die Südinsel.

Abschied von Wellington und damit von der Nordinsel.

Am Horizont sind bereits die schneebedeckten Berge der Südinsel erkennbar.

Auch unter Deck kann man die Fahrt genießen, ...

... das echte Spektakel spielt sich aber im Freien ab.

Herrliche Landschaften, wohin man auch blickt.

Die Fähre stammt übrigens aus Dänemark.

Fast wie auf dem Bodensee. ;-)

Nach etwas mehr als drei Stunden kamen wir in Picton an.

Die kommenden Tage werde ich in Blenheim verbringen, ein bisschen südlich von Picton. Bis zum nächsten Mal, wenn ich euch von meinen ersten Eindrücken auf der Südinsel erzähle.

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Dienstag, 1. September 2015

North vs. South

Meine Zeit im Norden Neuseelands geht zu Ende. In den kommenden Tagen werde ich zur Südinsel aufbrechen und mich dort umschauen. Ich bin schon sehr gespannt, denn landschaftlich soll der Süden noch schöner sein als der Norden. Doch zuerst muss ich euch noch erzählen, was ich in meiner letzten Woche in Whangarei Heads alles erlebt habe.

Nach langer Wartezeit habe ich endlich einen Surfkurs absolviert. Das Wetter war zwar alles andere als einladend (Nieselregen und Wind), doch wenn man im Wasser ist, macht einem der Regen eh nichts mehr aus. In der Matapouri Bay hat uns Simon, der Surflehrer, die Grundregeln des Surfens beigebracht. Das war bei mir auch bitter nötig, denn immerhin lag meine letztes Mal auf einem Surfbrett schon zwölf Jahre zurück. Danach ging's in Wasser und wir (meine Wenigkeit, Holly aus Neuseeland und Daniel aus den Niederlanden) hatten einen Riesenspaß.

Zwei Europäer unter sich: ich und Daniel, der surfende Holländer.

Auf die richtige Welle warten, ...

... das Gleichgewicht halten ...

... und zum Schluss unter den Augen des Lehrers (in rot) feiern.

Trotz Nieselregen war es eine fantastische Erfahrung.

Nach dem Surfen fuhr ich nach Whangarei, wo ich am Abend das Rugby-Spiel zwischen Northland und Southland anschaute. Der Süden hat gewonnen, was ich als gutes Omen für meine bevorstehende Reise sehe. ;-)

Das Rugby-Spiel stieg im Toll Stadium, wo übrigens Österreichs U20-Team bei der WM im Juni ausgeschieden ist.

Ich genieße es richtig, die Spiele als Zuschauer und nicht als Reporter verfolgen zu können.

"The South Will Rise Again" - und das tat er auch.

Auf dem Nachhauseweg habe ich spätabends noch ein echtes Highlight erlebt. In Whangarei Heads sah ich im Scheinwerferlicht ein kleines, rundes Etwas auf der Straße. Ich hielt es für einen Igel und fuhr langsam daran vorbei. Doch dann sah ich, dass sich das Ding bewegte und zwar zu schnell für einen Igel. Es war ein Kiwi! Foto konnte ich leider keines schießen, aber für alle, die noch nie Neuseelands Nationaltier gesehen haben, hier ein typischer Kiwi:



Nachdem ich mein Talent beim klassischen Surfen ja bereits unter Beweis gestellt hatte, wollte ich auch noch eine andere Form des Wellenreitens ausprobieren: nämlich das sogenannte "Stand Up Paddling". Dabei steht man ganz aufrecht auf einem (etwas größeren) Brett und hat ein Paddel in der Hand. Meine Gastgeberin Eileen hat mir ihre Ausrüstung geliehen, sodass ich ein bisschen durch die McLeod Bay paddeln konnte.

Auch ohne Wellen ist es gar nicht so leicht, die Balance zu halten.

Es macht zwar nicht soviel Spaß wie Surfen, ...

... aber es ist eine nette Abwechslung.

Am letzten schönen Tag im Norden habe ich noch eine Wanderung zu den Whangarei Falls gemacht. Dabei bin ich den Hatea-Fluß entlang ins Landesinnere gelaufen.

Im Hafen von Whangarei ging's los.

Nach rund zwei Stunden kam ich beim Wasserfall an.

Hungrige Enten wollten (vergeblich) ein Stück von meinem Mittagessen.

Erinnert nur mich der Wasserfall an meinen Bart? ;-)

Momentan bin ich übrigens wieder in Tauranga bei meiner Ex-Kollegin Kathrin und ihrer Familie. Am Donnerstag geht es weiter an die Ostküste, nach Gisborne. Von dort aus breche ich dann endgültig in Richtung Südinsel auf.

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